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Kranzlegung 2007


Wie in jeder ländlichen Gemeinde haben sich im Laufe der Zeit auch in Albern einige regionale Bräuche entwickelt

und einer hat sich sogar bis in unsere Zeit retten können.

Es ist dies der einzige Brauch, der mit dem

“Friedhof der Namenlosen”

in Zusammenhang steht.

Diese Gedenkfeier die sich Mitte der zwanziger Jahre entwickelte hatte, findet jeden ersten Sonntag nach Allerseelen statt.

Die Fischer gedenken der namenlosen Toten einmal im Jahr durch diese Kranzlegung beim Friedhof.

Jedes Jahr bauen sie ein Floß und schmücken es mit Kränzen, zahlreiche Blumen und brennenden Kerzen.

Am Nachmittag bringen die Mitglieder des Arbeiter-Fischer-Vereins das Floß, einem Modell eines Grabsteins mit der Aufschrift

"Den Opfern der Donau"

in Deutsch, Tschechisch und Ungarisch und der Bitte, das Floß bei Bedarf weiterzustoßen,

        

auf einer einfachen Holzzille zu den Klängen des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“ und Salutschüssen

in die Mitte des Stroms, wo es ins Wasser gelassen wird.

Anschließend begeben sich alle Besucher auf den Friedhof, wo Pfarrer Silvio in bewegenden Worten der Opfer gedenkt.

    

Während dessen treibt das Floß die Donau hinab.

An diesem Sonntag ist die Alberner Au voll mit hunderten Menschen, der Friedhof über und über mit Blumen geschmückt.

Nach dem Abspielen von Trauermusik werden von den Besuchern auf allen Gräbern Kerzen angezündet.

Manche dieser Flöße sollen sehr weit getrieben sein, bis sie sich auflösten.

Und je mehr Wasser die Donau hinunterrinnt, desto mehr Geschichten ranken sich um den Friedhof der Namenlosen, desto größer scheint das Bedürfnis, ihn nicht der Vergessenheit fallen zu lassen.

So gesehen birgt also auch der "traurigste" Friedhof Wiens etwas Tröstliches,

Dank den Mitgliedern des Arbeiter-Fischer-Vereines, der Gärtnerkapelle Mannswörth und

allen Besuchern.