Diese Gedenkfeier die sich Mitte der zwanziger Jahre entwickelt hatte, findet jeden ersten Sonntag nach Allerseelen statt. Die Kollegen des Arbeiter-Fischerei-Vereins der Sektion Albern gedenken der namenlosen Toten die nicht aus der Donau geborgen wurden, einmal im Jahr durch diese Kranzlegung beim Friedhof der Namenlosen. Jedes Jahr bauen sie ein Floß und schmücken es mit Kränzen, zahlreichen Blumen und brennenden Kerzen.
Am Nachmittag, nach rührenden Ansprachen von Fr. BzVst. KR Renate Angerer, der Obfrau der Fischer Fr. Christine Hauth und Pater Silvio Crosina
bringen die Mitglieder des Arbeiter-Fischer-Vereins das Floß, einem Modell eines Grabsteins mit der Aufschrift
“Den Opfern der Donau”
in Deutsch, Tschechisch und Ungarisch und der Bitte, das Floß bei Bedarf weiterzustoßen,
auf einem einfachen Fischerboot zu den Klängen des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“ und Salutschüssen in die Mitte des Donaustroms, wo es ins Wasser gelassen wird.
Anschließend begeben sich alle Besucher auf den Friedhof, wo Pater Silvio Crosina, Fr. BzVst. KR Renate Angerer und die Obfrau der Fischer Fr. Christine Hauth in bewegenden Worten der Opfer gedenken.
An diesem Sonntag Nachmittag ist die Alberner Au voll von hunderten Menschen, der Friedhof über und über mit Blumen geschmückt.
Nach dem Abspielen von Trauermusik werden von den Besuchern auf allen Gräbern Kerzen angezündet. Und je mehr Wasser die Donau hinunterfließt, desto mehr Geschichten ranken sich um den Friedhof der Namenlosen, desto größer scheint das Bedürfnis, ihn nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
So gesehen birgt also auch der “traurigste” Friedhof Wiens etwas Tröstliches, Dank den Mitgliedern des Arbeiter-Fischerei-Vereines Sektion Albern, der Simmeringer Bezirksvorstehung, Pater Silvio Crosina, der Gärtnerkapelle Mannswörth und allen Besuchern.